Bretton-Woods-System



Der Wert des Bancor sollte in Gold definiert werden und die Mitgliedsstaaten ihre Währung gegenüber dem Bancor fixieren.

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Ihr Wechselkurs durfte maximal ein Prozent nach oben und ein Prozent nach unten um diesen Mittelwert herum schwanken. Das Abkommen erlaubte die Beibehaltung von Kontrollen des internationalen Kapitalverkehrs. Da die Briten weiterhin auf einer Begrenzung des Finanzierungsvolumens beharrten, wurden die Amerikaner gezwungen, auf die Forderung der Briten nach flexiblen Wechselkursen einzugehen und die Beibehaltung der Devisenbewirtschaftung hinzunehmen.

Durch die Dollarknappheit wurden die bescheidenen Quoten und die Ziehungsrechte des Abkommens fast bedeutungslos. Das wurde bereits sichtbar, bevor der IWF seine Tätigkeit aufnahm.

Es hatte deshalb nur begrenzt Möglichkeiten, Güter für den Export zu produzieren. Das Handelsdefizit des Nachkriegseuropas belief sich beispielsweise auf 7,5 Milliarden Dollar. Im Rahmen des Marshallplans brachten die Vereinigten Staaten etwa 13 Milliarden Dollar an zwischenstaatlicher Hilfe für die Finanzierung der Defizite in Europa zwischen und auf. Das war mehr als das Sechsfache der maximalen Verpflichtung nach den Artikeln des Abkommens und mehr als das Vierfache der Ziehungsrechte, welche zugunsten von Europa eingerichtet wurden.

Das System von Paritäten erwies sich als unbrauchbar, obwohl die Unterstützung jene übertraf, welche in den Artikeln des Abkommens geregelt wurden. Importkontrollen konnten trotz alledem nicht abgeschafft werden. White und Keynes unterschätzten die Schäden, die die japanische und die europäische Volkswirtschaften erlitten hatten, und damit die Kosten des Wiederaufbaus.

Sie vertrauten darauf, dass der internationale Handel alle Wunden heilen werde. Dies verstärkte die Fehleinschätzung von Keynes und White noch. Die Vertreter der 44 Nationen trafen sich am 1. Juli im Mount Washington Hotel. Folgende Regierungen waren vertreten: Die Wechselkurse zwischen den Währungen sollten stabilisiert werden, sodass der Welthandel ohne Probleme und Handelsbarrieren vonstattengehen konnte und es keine Schwierigkeiten bei Zahlungsvorgängen gab.

Dies wiederum sollte die Wirtschaft so weit stimulieren, dass es vermehrt zu Handel und Investitionen kommen konnte. Zur Erreichung dieses Ziels sollten spezielle Organe eingerichtet werden. Es sollte vor allem verhindert werden, dass es zu einem Abwertungswettlauf zwischen den Nationen kam wie in der Phase zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg.

Auf der Konferenz wurde das Joint Statement by Experts on the Establishment of an International Monetary Fund diskutiert, welches ein Kompromissvorschlag aus den zuvor diskutierten beiden Plänen für ein Weltwährungssystem war, nämlich. Er sah vor, mit einem unabhängigen, internationalen und virtuellen Zahlungsmittel Bancor die Abrechnung im Zahlungsverkehr zwischen den Zentralbanken zu übernehmen. Der Wert des Bancor sollte in Gold definiert werden und die Mitgliedsstaaten ihre Währung gegenüber dem Bancor fixieren.

Der White-Plan bezog sich im Gegensatz zum Keynes-Plan nicht auf eine internationale Verrechnungsstelle mit Buchgeld, sondern auf einen Fonds, in den die Mitgliedsländer zu festgelegten Quoten einzahlen sollten, um später Kredite vergeben zu können.

Der White-Plan basierte ebenfalls auf dem System fester Wechselkurse. Die unterschiedlichen Vorstellungen in den beiden Plänen lassen sich durch unterschiedliche Ausgangslagen erklären.

Die Briten waren durch die Kriegsfolgen in eine ausgeprägte Schuldnerposition mit starkem Handelsdefizit geraten. Daher waren sie an einem supranationalen Währungssystem, das durch keine nationale Währung dominiert war, interessiert. Auf die Amerikaner als Gläubigernation traf genau das Gegenteil zu. Die Zentralbanken der Mitgliedsstaaten verpflichteten sich im Vertrag von Bretton Woods dazu, durch Eingriffe an den Devisenmärkten die Kurse ihrer Währungen in festgelegten Grenzen zu halten.

Sobald einer der Wechselkurse nicht mehr dem realen Austauschverhältnis entsprach, mussten sie Devisen kaufen beziehungsweise verkaufen, um das Verhältnis wiederherzustellen.

Dieser Devisenhandel musste zum vorher festgelegten Austauschverhältnis erfolgen. Die Beihilfe galt dabei den Mitgliedsländern, die in Devisennot geraten waren, in Form von Kreditvergabe bei vorübergehenden Zahlungsbilanzproblemen beziehungsweise -ungleichgewichten, verbunden mit schwerwiegenden Spar- und Stabilisierungsauflagen für das beliehene Land.

Bis zur Weltwirtschaftskrise der er Jahre versuchten die meisten Länder, sich wieder am Goldstandard der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zu orientieren. Die während des Krieges aufgeblähte, nicht durch Gold oder werthaltige Devisen gedeckte Geldmenge und hohe Staatsschulden erschwerten dieses Ziel. Die eigentliche erforderliche, stark deflationäre Wirtschaftspolitik war zumal während des Abschwungs in der Weltwirtschaftskrise nicht durchzuhalten.

Es lösten sich in der Folge fast alle Länder von dem Goldstandard, der — bei ausreichender Golddeckung — ein System fester Wechselkurse zur Folge hat. Es entstand faktisch ein System flexibler Wechselkurse. Das Bretton-Woods-System basierte auf zwei Faktoren:. Feste-Wechselkurs-Systeme haben Vor- und Nachteile; welche Teilnehmer in welchen Phasen welche Vor- und Nachteile im Vergleich zu einem Regime flexibler Wechselkurse hatten, ist auch ex post nicht zu beweisen.

Das sogenannte Trilemma der Währungspolitik beschreibt die Unvereinbarkeit der drei Ziele der Währungspolitik: Möglich ist es demnach maximal zwei Ziele gleichzeitig zu erreichen.

Durch die festen Wechselkurse innerhalb des Bretton-Woods-Systems und durch die zunehmende Liberalisierung des internationalen Kapitalverkehrs — auch im Zuge der Globalisierung — schwanden die Möglichkeiten der Mitgliedstaaten, eine autonome Geldpolitik zu betreiben.

Der feste Wechselkurs der D-Mark gegenüber dem Dollar bedeutete für Westdeutschland zum Beispiel, dass die Bundesbank die starke Aufwertungstendenz der D-Mark immer wieder durch Dollarkäufe bremsen musste.

Dies führte zu einer importierten Inflation , die die Bundesbank bremsen, aber nicht vollständig stoppen konnte. Insbesondere das Fehlen von Mechanismen der Zahlungsbilanzanpassung, die Dominanz des US-Dollars, die Divergenz struktureller weltwirtschaftlicher Entwicklungen und die grundlegenden Probleme eines Systems fester Wechselkurse gehörten zu den Mängeln. Im System von Bretton Woods waren keine Deckungsvorschriften für den Geldumlauf vorgesehen, was einen wesentlichen Unterschied zum System der Goldwährung darstellt.

Darüber hinaus gab es keine Verpflichtung, den Geldmengen-Preismechanismus ungehindert wirken zu lassen, um Zahlungsbilanzungleichgewichte zu beseitigen. Auf diese Weise war es den Ländern möglich, eine Geldpolitik ohne Rücksicht auf die eigenen Währungsreserven zu betreiben.

Zur Bekämpfung nationaler Beschäftigungsprobleme betrieben viele Länder daher eine expansive Geldpolitik. Immer mehr Länder gerieten in eine Situation anhaltender Zahlungsbilanzungleichgewichte, welche letztlich als fundamental eingestuft wurden. Nationale Währungen wurden bei anhaltenden Zahlungsbilanzdefiziten autonom abgewertet. Dagegen wurden Währungen in Ländern mit Zahlungsbilanzüberschüssen aufgewertet.

Daher erwies sich ein System mit festen Wechselkursen als nicht durchsetzbar. Der wachsende Welthandel führte zu einem steigenden Bedarf an Dollar-Währungsreserven. Diese Hypothese besagt, dass die Effektivrendite von in- und ausländischen Kapitalanlagen gleich sein muss. Sie impliziert, dass Zinsunterschiede zwischen in- und ausländischen Kapitalanlagen allein auf erwarteten Wechselkursänderungen beruhen.

Damit eine Anpassung des Devisenmarktgleichgewichtes nach Störungen erfolgen kann, beispielsweise aufgrund steigender Importe , müssen die Bedingungen der vollständigen Konkurrenz erfüllt sein. Zum anderen entstehen sie durch Zins arbitrageure , die ihre Finanztransaktionen von Zinsdifferenzen und Wechselkurserwartungen abhängig machen.

Auf die Festsetzung eines durch währungspolitische Vereinbarungen vorgegebenen Leitkurses wird in einem System flexibler Wechselkurse verzichtet. Der Hauptvorteil eines Systems flexibler Wechselkurse besteht darin, dass die eigenständige Geldpolitik des Landes erhalten bleibt. Es bestehen somit bessere Möglichkeiten, auf Schocks zu reagieren.

Durch die Abwertung einer Währung werden die Exporte des betroffenen Landes erleichtert, da sie sich für das Ausland verbilligen. Dadurch wird die Wirtschaftskraft dieses Landes wieder angekurbelt, während das Ausland dessen Währung wieder verstärkt nachfragt, um seine Exporte kaufen zu können.

Damit erhöht sich der Währungswert des betroffenen Landes wieder, womit seine Exporte wieder erschwert werden, die Importe dagegen erleichtert. Der Mechanismus der freien Wechselkurse hat also eine ausgleichende Wirkung auf die unausgeglichenen Zahlungsbilanzen zwischen Staaten Wechselkursmechanismus. Andererseits unterliegen freie Wechselkurse im Zeitablauf starken Schwankungen.

Diese hohe Volatilität kann durch die Geldpolitik unter Umständen nur schwer zu kontrollieren sein. In Systemen fixer fester Wechselkurse vereinbaren die beteiligten Länder einen festen Leitkurs, die sogenannte Parität , und versuchen diesen durch Interventionen konstant zu halten.

Der Wechselkurs kann dabei von der Zentralbank an eine andere Währung oder aber an einen Währungskorb gebunden werden. Die Wechselkurse von Ländern mit einem System fixer Wechselkurse sind jedoch nicht grundsätzlich unveränderlich.

Spricht man von festen Wechselkursen sind meist Bandbreitensysteme gemeint, bei denen die Wechselkurse innerhalb bestimmter Bandbreiten z. Droht der Wechselkurs jedoch aus der Bandbreite auszubrechen, müssen die beteiligten Zentralbanken im Rahmen von Devisenmarktinterventionen eingreifen und selbst als Anbieter bzw. Die entsprechenden Höchstkurse und Niedrigstkurse am Ende der Bandbreite werden als obere und untere Interventionspunkte bezeichnet.

Wenn Kapitalanleger erwarten, dass der Wechselkurs zukünftig unverändert bleibt, fordern sie in beiden beteiligten Ländern den gleichen Zinssatz. Ein Extremfall der festen Wechselkursbindung ist die Währungsunion. Die Vorteile eines Festkurssystems sind die Kursstabilität und die daraus folgende sichere Kalkulierbarkeit und Vorhersehbarkeit der Wechselkurse.

Entscheidender Nachteil fester Wechselkurse ist der Verzicht auf die autonome Geldpolitik des Landes. Die Zentralbank gibt damit ein sehr wirksames Instrument auf, um Handelsungleichgewichte zu korrigieren und die Konjunktur zu beeinflussen. Die Fiskalpolitik allein reicht nicht aus. Zu berücksichtigen ist, dass Abwertungserwartungen tatsächlich Abwertungen bewirken können. Ein zu langes Festhalten an unangemessenen Paritäten macht das Wechselkursregime jedoch anfällig für Spekulationen.

Problematisch bei fixen Wechselkursen ist ebenso die Einschränkung der Handlungsfreiheit der Wirtschaftspolitik. Dies kann sich in Form von importierter Inflation oder internationaler Illiquidität des Landes auswirken. In der Praxis existieren innerhalb des durch fixe und flexible Wechselkurse abgesteckten Spektrums in abgestufter Form eine Reihe weiterer Wechselkursarrangements: Zwischen und herrschte als Wechselkurssystem der klassische Goldstandard , der sich gegenüber dem Bimetallismus Gold-Silber-Währung bzw.

Der Preis der eigenen Währung eines Landes wurde in Einheiten von Gold fixiert, und es bestand die Verpflichtung, zu diesem Kurs jederzeit Gold gegen die eigene Währung zu tauschen. Die Wechselkurse der Goldstandardländer blieben also während dieser Phase konstant. Praktisch alle wirtschaftlich bedeutenden Länder gehörten dem Goldstandard an. Nachdem während des Ersten Weltkrieges der Goldstandard suspendiert worden war, versuchte man in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, den Goldstandard in einer modifizierten Form wiederherzustellen.

Nach einer Phase flexibler Wechselkurse kehrten die meisten Länder zu festen Goldparitäten zurück. Man praktizierte nun den Golddevisenstandard: Die unkoordinierte Rückkehr zu Goldparitäten mit der Folge von Über- und Unterbewertungen bei wichtigen Währungen führte zum Zusammenbruch des restaurierten Goldstandards als internationales Währungssystem.

Auslöser war die Suspendierung der Goldeinlösepflicht der Bank von England für das britische Pfund am