NACHHALTIGE GELDANLAGE | Fonds und Aktien: SCHÖNE WAHL



Laut einem aktuellen UN-Bericht haben klimabedingte Katastrophen in den vergangenen 20 Jahren stark zugenommen: Für die Befragung wurden vom. In der Schweiz agiert diese. Jetzt in der Finanzen App: Advanced Search Find a Library.

Acemaxx-Analytics


Nachhaltig orientierte Investmentfonds wollen Anlegern diese Unsicherheit nehmen. Sie investieren nur in ethisch korrekte Aktien. Die Fondsverwalter kümmern sich um die Auswahl. Schwieriger wird es für Anleger, die direkt in Aktien investieren. Sie müssen selbst entscheiden, welche Titel einen Platz im Portfolio beanspruchen können — und wie streng die Regeln in Sachen Ethik und Umweltschutz sein sollen.

Als Hilfestellung dienen inzwischen neue Informationsplattformen im Internet. Noch einfacher haben es Investoren, die sich an einem Solar- oder Windenergiefonds beteiligen. Nachhaltig investierende Aktienfonds verfolgen eine doppelte Zielsetzung: Gewinn plus ruhiges Gewissen. Bei der Titelauswahl nutzen die Manager der Nachhaltigkeitsfonds meist Ausschlusskriterien. Neben diesem sogenannten Negativ-Screening können aber auch Positiv-Eigenschaften herangezogen werden.

So investieren einige Fonds beispielsweise nur in Unternehmen, die umweltfreundliche Produkte und Technologien entwickeln. Tabu sind dagegen Unternehmen, die Menschen- oder Arbeitsrechte verletzen, Kinderarbeit betreiben sowie Geld mit Waffen oder Glücksspiel verdienen. Natürlich unterliegen auch Nachhaltigkeits-Fonds den Grundgesetzen der Kapitalmärkte. Mit ethisch korrekten Finanzprodukten können Anleger ebenfalls Verluste einfahren. Noch sind Fonds mit dem Nachhaltigkeitsstempel ein Nischenprodukt, doch das Angebot wächst ständig.

Das Fondsvolumen belief sich zuletzt auf rund 34 Milliarden Euro s. Inzwischen gibt es nicht nur Nachhaltigkeitsfonds, bei denen ein Fondsmanager die Titelauswahl verantwortet, sondern es werden auch zunehmend nachhaltig orientierte Indexfonds angeboten. Meist wird dieser Index von einer Gesellschaft zusammengestellt und berechnet, die von der Fondsgesellschaft unabhängig ist. Doch egal, ob Indexfonds oder klassischer, aktiv geführter Aktienfonds: Nachhaltig ist nicht immer gleich nachhaltig.

Ein genauer Blick auf die jeweilige Definition des Nachhaltigkeitsbegriffs ist notwendig. Trotz ähnlicher Namen orientieren sich die Fonds nämlich selten an den gleichen Kriterien.

Es gibt ethische Fonds, aber auch religiös orientierte, Nachhaltigkeits- oder Umweltfonds — alle wiederum in zahlreichen Facetten. Wenn ein Fonds beispielsweise einen Bestin-Class-Ansatz nutzt, werden keine Branchen von vornherein ausgeschlossen, sondern lediglich innerhalb eines Sektors die nachhaltigsten Unternehmen gesucht.

Ohne Branchenrestriktionen kann der Fonds somit breiter diversifizieren, als es sonst der Fall wäre. Wer also sehr strenge Nachhaltigkeitskriterien bevorzugt, bekäme in dem Fall Bedenken. Darüber hinaus sollten Anleger abschätzen, wie sich die angewendeten Kriterien auf das Risiko-Rendite-Profil eines Fonds auswirken.

Wenn etwa bestimmte Sektoren ausgeschlossen sind, kann dies zu einem überdurchschnittlichen Risiko des Fonds führen. Zudem hat es der Fondsmanager durch die selbst auferlegte Beschränkung schwerer, durch aktive Branchenauswahl einen Mehrwert zu erzielen.

Nicht auf Renditechancen verzichten. Trotz des inzwischen breiten Angebots hält sich ein hartnäckiges Vorurteil: Doch das ist nicht selten ein Trugschluss, wie zahlreiche Untersuchungen belegen.

Die Vergangenheit ist natürlich keine Garantie für die zukünftige Entwicklung. Häufig zeigten sich die Saubermänner unter den Fonds krisenresistenter. Vor allem der langfristige Blickwinkel nachhaltig geführter Unternehmen zahlte sich für Anleger dabei aus. Denn Nachhaltigkeit bedeutet häufig auch Stabilität.

Eine glaubwürdige, nachhaltige Unternehmenspolitik kann sich beispielsweise positiv auf die Mitarbeiterbindung und das Image eines Unternehmens auswirken. Zudem wirtschaften diese Konzerne nicht selten weniger riskant. Soziale und Umweltrisiken zu vermeiden kann auch eine Form von Risikomanagement sein. Unternehmen geraten dann nämlich nicht so schnell wegen Umweltskandalen oder der Verletzung von Menschenrechten in Bedrängnis — sowohl finanziell als auch in der öffentlichen Wahrnehmung.

Anleger, die ihr Aktienportfolio selbst zusammenstellen, haben es auch in puncto Nachhaltigkeit schwerer als Fondsinvestoren. Nicht immer ist direkt ersichtlich, wie nachhaltig ein Unternehmen wirtschaftet. Zwar gibt es inzwischen einige Gesellschaften, die bewerten, wie nachhaltig Unternehmen wirtschaften, doch fehlt ein einheitlicher Standard, was eigentlich unter Nachhaltigkeit zu verstehen ist.

Zudem bleiben die Auswahlkriterien der Rating-Gesellschaften allzu oft im Dunkeln. Mit einem neuen Informationsportal im Internet will beispielsweise die Frankfurter Börse mehr Transparenz herstellen www. Seit Jahresbeginn haben Anleger in Europa rund 71 Mrd. Euro in Indexfonds investiert. Im Jahr waren es insgesamt gerade einmal 45 Mrd. In den kommenden Monaten wolle man das Engagement in Deutschland weiter ausbauen, erklärt Vanguards Europa-Chef Sean Hagerty — und gibt auch gleich einen Hinweis darauf, wie das Unternehmen den Kampf gegen die aktive wie passive Konkurrenz zu führen gedenkt: Auf Kostenebene können aktive Fonds nicht mit Indexfonds konkurrieren.

Einen Index nachzubauen ist in der Regel deutlich günstiger als einzelne Aktien oder Anleihen für das Portfolio auszuwählen. ETFs kosten zwar nicht viel — dafür bekommen Anleger aber auch keine bemerkenswerte Leistung. Die Investment-Tochter der französischen Sparkassen und Genossenschaftsbanken hat Privatanleger aus 26 Ländern zu ihrer Portfoliostruktur und ihren Markterwartungen befragt.

Als zentrales Umfrageergebnis präsentiert Natixis, dass Indexfonds weder die Ertragserwartungen von Anlegern erfüllten noch deren Wertvorstellungen entsprächen. Die Studienergebnisse sind allerdings mit Vorsicht zu betrachten. So gaben deutsche Privatanleger an, im Schnitt eine Rendite von 10,5 Prozent nach Inflation zu benötigen, damit sie ihre Anlageziele erreichen.

Es stimmt zwar, dass viele Indexfonds keine derart hohen Erträge bringen. Aber auch mit vielen aktiven Fonds lässt sich dieses Renditeziel kaum erreichen. So schafften etwa aktiv verwaltete global investierende Aktienfonds in den vergangenen drei Jahren im Schnitt ein Plus von 9,5 Prozent jährlich, zeigen Daten der Fondsratingagentur Morningstar.

Europäische Standardwertefonds erzielten im selben Zeitraum eine etwas geringere Rendite, nämlich durchschnittlich acht Prozent Plus pro Jahr. Ebenso wie Anbieter aktiv verwalteter Fonds legen nämlich auch Indexfondshäuser immer mehr Wert auf ökologisch und ethisch korrekte Anlagen — nicht zuletzt, weil ihre Kunden danach verlangen. Demnach erwarten 72 Prozent der Befragten, dass Fondsmanager einen aktiven Investmentansatz verfolgen.

Zugleich gehen ebenso viele davon aus, dass Asset-Manager oft nur einen Index abbilden — und trotzdem Gebühren für aktives Management verlangen.

Eine aktuelle Studie der Ratingagentur Scope zeichnet ein unvoreingenommeneres Bild. Die Scope-Analysten haben rund aktiv verwaltete Aktien- und Rentenfonds daraufhin untersucht, ob sie in den ersten drei Quartalen dieses Jahres ihren jeweiligen Vergleichsindex geschlagen haben. Bei den Aktienfonds lag die sogenannte Outperformance-Ratio nach den ersten neun Monaten bei 55,6 Prozent. Bei den Rentenfonds hatten es per Ende September 52,3 Prozent geschafft, die Benchmark zu übertreffen.

Das sind die 20 Prognosen für das neue Jahr. Während die Aktienkurse bröseln, sagen Analysten ein gutes Jahr für Rohstoffe voraus.